Schlaganfall
Etwa 260 000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und führt bei 70 % der betroffenen zu einer bleibenden Behinderung. Man unterscheidet ischämische Schlaganfälle (80%), die Hirnblutungen (etwa 15 %) und Blutungen an der Hirnoberfläche (Subarachnoidalblutungen). Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden steigt mit dem Alter, jedoch erleiden auch immer mehr junge Menschen Schlaganfälle. Die Ursachen sind sehr vielfältig und gut zu beeinflussen.
Ein Schlaganafall ist ein akuter Notfall und Bedarf der umgehenden Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit, einer sogenannten Stroke Unit. Dem niedergelassenen Neurologen kommt bei der Behandlung von akuten Schlaganfällen eigentlich keine Bedeutung zu. Nur in der Klinik können akut betroffene Patienten adäquat behandelt werden. Viele betroffene schätzen die Lage leider falsch ein und warten zunächst ab oder konsultieren zuerst den Hausarzt. Hierdurch wird wichtige Zeit vertan, denn nur in den ersten Stunden kann aktiv eingegriffen werden, um die möglichen Folgen des Schlaganfalls so gering wie möglich zu halten. Denn „Time is brain´“!
Es ist daher wichtig, dass Sie die Beschwerden richtig deuten um richtig handeln zu können. Bei einem Schlaganfall kommt es zu einem schlagartigen Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns. Typische Symptome sind: Einseitige neurologische Ausfälle wie Lähmungen und/oder ein Taubheitsgefühl einer Körperhälfte oder ein einseitig hängender Mundwinkel. Akut aufgetretene Probleme beim Sprechen, wie eine plötzlich undeutliche Sprache oder Probleme die richtigen Worte zu finden oder auch zu verstehen. Manchmal kommt es auch zu plötzlichen Sehstörungen mit z.B. Gesichtsfeldeinschränkungen oder doppelt sehen.
Sollten bei Ihnen solche Beschwerden in den letzten Stunden akut aufgetreten sein, rufen Sie bitte umgehend den Rettungsdienst.
Am besten ist es jedoch, wenn es zu keinem Schlaganfall kommt. Laut der Weltgesundheitsorganisation wären 70% der Schlaganfälle vermeidbar. Hierbei spielt das Erkennen und Kontrollieren von möglichen prädisponierenden Risikofaktoren eine große Rolle. In der neurologischen Vorsorgeuntersuchung werden Ihre individuellen Risikofaktoren erfasst um diese effektiv behandeln zu können und so ihr individuelles Schlaganfallrisiko zu senken. Durch eine Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße, der sogenannten farbkodierten Duplexsonographie, können unter anderem arteriosklerotisch bedingte Wandveränderungen und dadurch bedingte gefährliche Engstellen erkannt werden. Dies ist wichtig, um entweder mit geeigneten Medikamenten ihr Schlaganfallrisiko zu senken oder ggf. eine Operation zu veranlassen.
Ist es bereits zu einem Schlaganfall gekommen, ist es umso wichtiger, die auslösenden Ursachen zu erkennen und die richtige Behandlung zu veranlassen und den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Man spricht hier von der „Sekundärprophylaxe“. Wir beraten Sie hierüber gerne.